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Lars Kelich: „Stellungnahme des Ministeriums zur Studiengebührenevaluation ist purer Sarkasmus“

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Lars Kelich, Sprecher der Juso-Hochschulgruppen in Niedersachsen

18. August 2010 0 Kommentare

In seiner Pressemitteilung zur Studiengebührenevaluation gibt das Ministerium für Wissenschaft vor, es habe eine spürbare Verbesserung der Studienbedingungen durch die Gebühren gegeben. „Angesichts der Tatsache, dass an vielen Unis nach wie vor Fächerkürzungen, Fachbereichsschließungen und weder Professorennachbesetzungen, noch neue Lehrstühle an der Tagesordnung sind, ist die Stellungnahme des Ministeriums purer Sarkasmus“, so Lars Kelich, Landeskoordinator der Juso-Hochschulgruppen.

Solange vor allem in den Geisteswissenschaften wenig bis keine neuen Lehrstühle geschaffen werden, könne von einer Verbesserung des Betreuungsverhältnisses Lehrende zu Studierenden keine Rede sein.

„Besonders dreist ist die Behauptung, Studiengebühren seien sozial verträglich“, so Kelich weiter, „wie kann es sozial verträglich sein, wenn sich Studierende durch ein Darlehen teilweise hoch verschulden müssen, nur um einen berufsqualifizierenden Abschluss zu erhalten?“ Die Folge davon sei, dass die jungen Menschen entweder nicht studieren oder eine Ausbildung beginnen, damit sie beim Aufbau ihrer Lebensgrundlagen nicht vor einem Schuldenberg ständen.

„Erstaunlicherweise verliert das Ministerium kein Wort darüber, dass, langfristig gesehen, die Studierendenzahl mancherorts sehr stark gesunken ist“, erklärt der Jungsozialist, „so ist die Studierendenzahl an der Leibniz Universität Hannover beispielsweise seit der Ankündigung allgemeiner Studiengebühren 2003 bis heute von weit über 30.000 Studierenden auf unter 20.000 Studierende gesunken.“ Das sei ein desaströses Ergebnis der Studiengebühren und Fachbereichskürzungen durch die schwarz-gelbe Landesregierung. Aus diesen Gründen sei die Stellungnahme des Ministeriums überhaupt nicht ernst zu nehmen. Kelich: „Wir werden Studiengebühren weiterhin entschlossen bekämpfen, bis sie wieder abgeschafft werden.“
 


Bildung und QualifikationWissenschaft / Forschung

 

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